Leserbrief TAH, 16. September 2011
Wählerschelte in Polle ist nicht angebracht
Sehr geehrter Herr Weiner, der TAH vom 13. September berichtet, Sie können den
Wahlausgang im Flecken Polle nicht nachvollziehen. Sie können nicht verstehen, dass man nur mit den Themen Abwasser und Ziegen eine Wahl gewinnen kann.
Als Bürger des Fleckens Polle möchte ich Sie fragen, welche Themen Sie im Wahlkampf für wichtig halten. Sind es Gemeinplätze, sind es nichtssagende Parolen wie „Wir waren schon immer gut, also weiter so?”
Hier in Polle sind im Wahlkampf für die Wähler sehr wichtige Themen behandelt worden. Die Massentierhaltung und unser Beitrag zur Finanzierung der Abwasser-Pipeline über den Schmutzwasserpreis sind Grund genug, über die Vergabe unserer Wählerstimmen nachzudenken. Eine Partei mit konkreten Aussagen über die Hintergründe der genannten Themen und über ihre weitere Arbeit im Rat des Fleckens Polle genießt offensichtlich das Vertrauen vieler Poller Bürger.
Eine Wählerschelte – so verstehe ich Ihre Aussage – ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht.
Dieter Hohmann, Polle
Wie im TAH vom 13. September 2011 zu lesen war, „erobern die Grünen Polle und werden stärkste Fraktion“. Nach guten demokratischen Gepflogenheiten könnten die Grünen damit den/die Bürgermeister/in stellen. Das setzt allerdings voraus, dass die anderen Parteien das Wahlergebnis anerkennen! Doch der Wählerwille scheint hier manchen schwer enttäuscht zu haben, beispielweise den früheren Samtgemeindebürgermeister und nun frisch gewählten Ratsherrn Willi Bost, der die Wahl zunächst analysieren will.
Bei genauer Analyse stellt sich nämlich heraus, dass die Grünen zwar stärkste Fraktion geworden sind, aber nicht die absolute Mehrheit für sich gewonnen haben. So könnten sich SPD und PWG zusammentun, dabei den Wählerwillen missachtend, der sich deutlich für einen Wechsel entschieden hat, indem er die Grünen aus dem Stand zur stärksten Fraktion gewählt hat.
Auch meldet sich aus dem „schwarzen Fleck“ der Kreiskarte Unverständnis über den Wahlerfolg der Grünen. So wird von dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Samtgemeinderat und Bürgermeister von Ottenstein Manfred Weiner im TAH berichtet, dass er nicht verstehen könnte, wie man mit den Themen Abwasser und Ziegen eine Wahl gewinnen könne.
Es ist im Moment nicht abzusehen, wie im Poller Rat weiter vorgegangen wird. Zu hoffen bleibt, dass die guten demokratischen Gepflogenheiten weiterhin Bestand haben werden.
Die Grünen werden jedenfalls das Gespräch sowohl mit der PWG als auch mit der SPD suchen.